Das Bild zeigt ein Fahrzeug der Marke Honda

50 Jahre Honda in Deutschland eine Erfolgsgeschichte

Die wilden 60er Jahre

Anfang der 60er Jahre beginnt die bundesrepublikanische Wirtschaft zu florieren. Zu dieser Zeit startet Honda mit der Gründung der European Honda Motor Trading Co. in der Hansestadt Hamburg als erster japanischer Importeur seine Aktivitäten in Deutschland - und damit auch in Europa. Kein anderer Fahrzeughersteller aus dem "Land der aufgehenden Sonne" hat sich bislang auf dem Kontinent nieder gelassen.

Im Zweiradbereich punktet Honda mit einer noch kleinen Palette unterschiedlicher Modelle, die eines gemein haben: Sie sind erschwinglich, standfest und im Gegensatz zu vielen Wettbewerbsmaschinen mit Zwei-Takt-Motoren allesamt Vier-Takter mit entsprechend gutem Motorklang. Der Vertriebsstart von Automobilen datiert auf das Jahr 1967.

Zum guten Image der Honda-Produkte trägt dabei nicht nur ihre sprichwörtliche Zuverlässigkeit und Solidität bei, sondern insbesondere auch das hohe Leistungspotenzial, das die deutsche Fachwelt verblüfft - wie etwa bei den quirligen Motoren der Modelle S 800 Cabriolet und Coupé. Ihr kleiner 0,8 Liter-Vierzylinder bringt es auf stattliche 67 PS.

Nachdem Honda verkündet, dass das direkt von einem Motorradmotor abgeleitete Antriebsaggregat dank nadelgelagerter Kurbelwelle selbst Drehzahlen von 10.000 U/min. standhält, kommt es zu einem legendären Prüfstandstest an der Technischen Hochschule Braunschweig. Nach und nach wird die Drehzahl des kleinen Motors auf 12.000 U/min. gesteigert. Dann plötzlich, so erzählen sich Experten, gab es einen lauten Knall - doch keineswegs der Honda-Motor, sondern der Prüfstand war geborsten...

Dass sich Honda in Deutschland zügig und recht erfolgreich etablieren kann, ist aber auch auf erste Rennerfolge zurückzuführen. Im August des Jahres 1964 startet Hondas erster Formel-1-Rennwagen, der RA271 in Aluminiumbauweise mit einem V12-Motor, der 220 PS bei 11.500 U/min leistet, auf dem Nürburgring. Und im selben Jahr - am 6. September 1964 - gewinnt der Neuseeländer und spätere Formel-1- Weltmeister Denis Hulme bei einem 500-KM-Rennen ebenfalls auf dem Nürburgring mit einem S 600 Cabrio/Hardtop, einer speziellen Rennversion, die Gran-Tourismo- Klasse bis 1.000 cm3. Ende der 60er Jahre erfolgt der Umzug von der Waterkant nach Offenbach.

Die 70er Jahre - Ölkrise zwingt zum Umdenken

Die Ölkrise zwingt Millionen deutscher Autofahrer zu autofreien Sonntagen. Mit weitreichenden Folgen: Manch ambitionierte Pläne für größere, schwere Autos mit immer mehr Leistung und entsprechend hohem Verbrauch landen in der Schublade. Honda hingegen kann vom Trend hin zu kompakten Kleinwagen profitieren. Denn der Civic deklassiert seine Wettbewerber durch sein Design, seine im Vergleich zu vielen Wettbewerbsmodellen hochmoderne Technik und eine sehr umfangreiche Grundausstattung. Der Verkaufsstart des Drei-Türers mit quer eingebautem 1.2 l-Aluminiummotor und Frontantrieb in Deutschland datiert auf das Jahr 1974. Der erste Fünf-Türer mit Fließheck, der mit der zweiten Civic-Generation 1979 in Deutschland eingeführt wird, verfügt über einen 1.5 l-Vierzylinder-Motor mit 70 PS bei 5.500/min. In Sachen Schadstoffreduzierung setzt Honda für lange Zeit Standards und gilt fortan als einer der innovativsten Motorenhersteller. Bereits 1976 erreicht die Produktion des Civic die magische Million. Auch in Deutschland ist Hondas Topseller nach wie vor das bekannteste Honda Modell und ein Synonym für den Erfolg und die Leistungsfähigkeit der Marke.

Die unangefochtene Nummer 1 im Zweiradgeschäft

Trotz der eindrucksvollen Erfolge im Automobilgeschäft und Hondas Aufstieg in den Kreis der größten Hersteller weltweit dominiert das Zweiradgeschäft lange Zeit Hondas Aktivitäten in Deutschland. Mit einem Marktanteil von über 40 Prozent ist Honda zu dieser Zeit bereits die unangefochtene Nummer 1 der Motorradzulassungsstatistik. Neben den absoluten Verkaufsschlagern, den CB-Modellen in unterschiedlichsten Hubraumklassen, setzt Honda mit neuen Entwicklungen stetig neue Trends: Das Modell SL 125 (ab 1972) gibt den Anstoß zur Endurowelle. Die GL 1000 Gold Wing mit einem 82-PS starken Vierzylinder-Boxermotor mit Wasserkühlung löst 1974 einen Run auf große Tourer aus. Und obendrein bringt das Modell C 185 im Jahre 1976 die Chopperwelle ins Rollen.

Die 80er Jahre: Geschichte wird gemacht

Mit der Vorstellung des so genannten "Wonder-Civic" (1983-1987) leitet Honda eine Wende in der bisherigen Modellpolitik ein. Frische, straffe Linien sind das optische Erkennungsmerkmal dieser neuen "europäischen" Modellreihe. Aufgrund seines außergewöhnlichen Designs gilt der Civic 3-Türer noch heute als stilbildend.

Das CR-X Coupé wird auf Anhieb zum Synonym für einen kleinen, leistungsstarken, dabei aber gleichzeitig sparsamen Sportwagen. Auch die folgenden Generationen des CR-X treffen den Geschmack sportlich ambitionierter Fahrer und Fahrerinnen. Hondas Modellpalette wird in den 80er Jahren noch um zwei weitere wichtige Modelle erweitert: 1984 erscheint der kleine Kompaktwagen Jazz, zwei Jahre später rollt die erste Generation des Sechs-Zylinder-Oberklassemodells Legend vom Band.

Ein goldenes Lenkrad für den Civic

Dem Civic der vierten Generation werden im Jahre 1987 - insbesondere als Modell eines Importeurs - besondere Ehren zuteil: Er erhält die begehrte Trophäe "Das Goldene Lenkrad" der Wochenzeitung "Bild am Sonntag".

Siege sind gut für's Image. Wie kein anderer japanischer Hersteller profitiert Honda auch in Deutschland von Erfolgen im Rennsport. Drei Jahre nach Hondas Wiedereinstieg in die Formel 1 im Jahr 1983 dominiert der Williams-Honda FW11 mit seinem über 1.000 PS starken V6-Honda-Motor die Königsklasse des Automobilsports. Nach neun Siegen sichern die Fahrer Nigel Mansell und Nelson Piquet schon vor dem letzten Rennen die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft für Williams-Honda. Der Titel wird bis einschließlich 1991 fünfmal erfolgreich verteidigt.

Insbesondere im Motorradbereich kommt Honda das Know-how aus dem Rennsport zugute. So wie beim sportlichsten Ableger der Bol d´Or-Baureihe, der CB1100 R von 1980. Sie ist technisch eng mit den RCB-Rennmaschinen verwandt, die über Jahre die Langstrecken-WM dominieren. Einen weiteren unter zahlreichen technischen Leckerbissen aus den 80er Jahren präsentiert Honda 1980 auch mit dem Modell CX 500 TC mit Turboaufladung. Zwar währt die Ära des Turbo-Power-Bikes nur kurz, doch Honda festigt in den 80er Jahren immer wieder seinen Ruf als innovativster Motorradhersteller. Ob die Einführung der Vierventiltechnik, zahnradgetriebene Nockenwellen oder ovale Kolben: In punkto Neuentwicklungen kann Honda kein Wettbewerber das Wasser reichen.

Die spannenden 90er Jahre

Der Wiederaufbau Ostdeutschlands und das schnelle Voranschreiten der Globalisierung sind beherrschende Themen der 90er Jahre. Honda wartet schon zu Beginn des Jahrzehnts mit einem Paukenschlag auf: 1990 präsentiert das Unternehmen mit dem High-Tech-Sportwagen NSX (New Sports eXperimental), das erste Vollaluminium-Serienfahrzeug der Welt. Neben der Karosserie des NSX wird auch die Radaufhängung aus hochfestem Aluminium gefertigt - eine Gewichtsersparnis von 210 kg im Vergleich zu einer Stahlkarosserie. Der V6-3,0-DOHC-VTEC®-Mittelmotor mit seinen 274 PS verweist selbst Vollblüter vom Schlage eines Ferrari 348 in die Schranken.

Im englischen Swindon rollt der erste "europäische" Accord vom Band. Unterdessen wächst die Produktfamilie stetig. Die sechste Civic-Generation (ab 1995) ist mit Dreitürer, Limousine, Coupé und CRX breiter aufgestellt denn je und wird ab 1998 um die erste Kombiversion, den Civic Aerodeck, erweitert.

Furore macht Honda in Deutschland in dieser Dekade aber auch mit der zweiten Generation des Topmodells Legend, dessen Coupé ab 1996 unter Honda-Fans bereits als kommender Klassiker angesehen wird- was auch für die zweite und dritte Generation (ab 1996) des Prelude Coupés mit Vierradlenkung gilt.

Alternative Antriebskonzepte

Auf der Suche nach zukunftsfähigen Technologien bringt Honda im Jahr 1999 den Insight auf den Markt - ein zweisitziges Coupé in Leichtbauweise mit neuartigem Hybrid-Antriebskonzept. Sein 1,0-l-Dreizylinder-Benzinmotor und der kompakte Elektromotor IMA (Integrated Motor Assist) bieten Fahrfreude in Verbindung mit vorbildlichem Verbrauch von nur 3,5 l/100 km. Außerdem präsentiert Honda die Brennstoffzellenfahrzeuge FCX-V1 und FCX-V2. Als Kraftstoff dient gasförmiger Wasserstoff. Im Motorradbereich setzt Honda seine Erfolgsserie in nahezu allen Segmenten fort und präsentiert 1992 als besonderen Leckerbissen das Modell CBR 900 RR Fireblade. Der nur 207 Kilo schwere Supersportler verfügt über eine Leistung von 124 PS bei 10.500 U/min.

Auf ins neue Jahrtausend

Der Aufbruch ins neue Jahrtausend ist weltweit mit vielen Hoffnungen, Erwartungen, aber auch Befürchtungen verknüpft. Die Weltgemeinschaft ist sich zumindest darin einig, dass der Schutz der Umwelt höchste Priorität haben muss. Ein Anliegen, dass auch Honda auf seine Weise vorantreibt. Die Entwicklung von Modellen mit besonders effizienten Antriebskonzepten wird kontinuierlich forciert und das Kerngeschäft um die Produktion von Dünnschicht-Solarzellen und Blockheizkraftwerken erweitert. Den Start ins neue Jahrtausend zelebriert Honda aber zunächst noch mit einem Auto, das für die ideale Verbindung von Leidenschaft und technischem Know-how steht: Der S2000 kommt in Deutschland auf den Markt. Der elegante Zweisitzer verfügt über einen 240 PS starken Zwei-Liter-Hightech-Motor.

In der Kompaktklasse schickt Honda 2001 mit der siebten Generation des Civic auch dessen Modellvariante Civic Type-R ins Rennen. Die braveren Modellgeschwister des heißen Racers machen weltweit Furore, weil sie neue Maßstäbe beim Schutz von Fußgängern im Falle einer Kollision setzen. Das Know-how fließt fortan in die Entwicklung aller Honda-Serienmodelle ein.

Diesel und Hybrid - à la Honda

Im Jahr 2004 präsentiert Honda den ersten eigenen Dieselmotor sowie den Civic IMA, Hondas erstes Hybrid-Großserienmodell mit einer Kombination aus Benzin- und Elektromotor. Zwei Jahre später folgt mit dem Civic Hybrid die nächste Evolutionsstufe des IMA-Systems. Bei einem Verbrauch von 4,6 l/100km emittiert der Civic Hybrid lediglich 109 Gramm CO2 pro Kilometer. Mit dem sparsamen, aber keineswegs spaßarmen CR-Z stellt Honda 2010 das weltweit erste Sportcoupé mit Hybridantrieb vor. Honda verfügt damit über ein einzigartig breites Angebotsspektrum erschwinglicher Hybridfahrzeuge.

Das Wasserstoff-Zeitalter hat längst begonnen

Im November 2008 bringt Honda den Nachfolger des 2002 präsentierten ersten voll zertifizierten Brennstoffzellen-Pkw der Welt auf die Straße: den FCX Clarity. Das 2009 zum "World Green Car of the Year" gekürte Brennstoffzellen-Elektrofahrzeug markiert einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklungsarbeit, die Honda im Hinblick auf Praxistauglichkeit, Leistung und Attraktivität wasserstoffbetriebener Fahrzeuge leistet.

Als größter Motorradproduzent weltweit setzt Honda im neuen Millennium auch bei der Zweiradsicherheit ein weiteres Mal Maßstäbe. Das Modell Gold Wing (ab Modelljahr 2006) ist das erste Serienmotorrad mit einem Airbagsystem. Zudem verfügen immer mehr Honda-Modelle auch im unteren Preissegment über kombinierte Bremssysteme.

Motorradweltneuheit Doppelkupplungsgetriebe

Mit der VFR1200F verfügt ab 2010 zum ersten Mal ein Serienmotorrad über ein Doppelkupplungsgetriebe, das die Leistung und Effizienz des Motors optimal nutzt. Der Fahrer kann dazu manuell aus drei Betriebsmodi wählen: D-Modus für regelmäßigen automatischen Betrieb, S-Modus, wenn eine sportliche Gangart gewünscht wird, sowie den M-Modus, bei dem der Fahrer aus sechs Schaltstufen wählen und so manuell schalten kann. (Honda-Pressedienst, Mai 2011)